Angst vor Aboriginies

24. November 2008 20:07

Nachdem wir sehr erleichtert den Weg aus den Untiefen des Outbacks gefunden haben, fuhren wir endlich wieder auf einem gesicherten Higway Richtung ‘Cairns’. Auf diesem Weg lag ‘Katherine’, eine auf der Landkarte eher unauffällige, kleine und ungeahnt furchtbare Stadt. Denn als wir an einem Freitag, dem 21. November, um etwa 9 Uhr Abends dort ankamen, trauten wir unsere Augen kaum. Die ganze Stadt wurde mehr oder weniger regiert von Aboriginies. Aber keine wirklichen Ureinwohner, wie man sie von Postkarten oder sonst woher kennt. Nein, lauter verwahloste, betrunkene, sich prügelnde und Touristen anpöbelnde Aborigínies, vor denen wir von Anfang an -bedingt durch pure Angst- eine vernünftige Distanz hielten. Das hieß, erstmal Fenster zu, Knöpfe runter und Wertsachen verstaut, bevor wir dort das mutige Risiko eingingen und anhielten. Denn man hat schon viel von unangenehmen Begegnungen und materialistischen Enteignungen durch Aborigies gehört.

Eigentlich wollte wir auch nicht wirklich anhalten, aber wir waren gezwungen im Supermarkt einzukaufen, da wir sowohl riesigen Hunger als auch überhaupt kein Proviant mehr hatten (die eine Packung Nudeln haben wir am Vorabend verspeist). Wir rein in den ‘Woolworth’, wo wir zwischen den ganzen Dunkelhäutigen auch Weiße ausmachen konnten: Diese waren entweder ähnlich herabgekommen wie die Abo’s und hatten alle wirklich merkwürdige und angsteinflössende Aussehen (irgendwelche Verstümmelungen, drei Augen oder ein Hinkebein oder was auch immer), aber sonst gab es halt nur die vereinzelten, eingeschüchterten Touristen, wie wir es waren. Wir haben den Einkauf dann im Schnelldurchgang gemacht, da wir Angst um unser Auto plus Hab und Hut hatten. Also griffen wir uns die ganzen Sonderangebot plus etwas Wurst und entschieden, in einer Fast-Food-Kette essen zu gehen. An der Kasse wurden wir dann noch Zeugen einer Prügelei, bei der sowohl Männer, als auch sehr korpulente Frauen mitgemacht haben, wobei zweitere fast die Oberhand hatten. Und obwohl wir müde waren und eigentlich vorher geplant hatten in der Stadt zu rasten, entschieden wir uns einhundertprozentig dagegen dort zu nächtigen. Wir machten noch schnell bei ‘Red Rooster’ halt (nächste Prügelei, aber zu unserem Glück immer nur Aboriginie-intern), kippten noch einen Kaffee und fuhren so weit und schnell es möglich war weiter Richtung Norden und ‘Darwin’, das auch nur noch 400 km entfernt war. Nach etwa 250 km hielten wir dann aber doch auf einem gemütlichen Rastplatz und konnten zum Glück friedlich und ohne Sorge um das Auto und unsere Gesundheit schlafen.

Hier in ‘Darwin’ haben wir uns die Tage mit einer Securityfrau unterhalten. Diese hatte ebenfalls das Vergnügen in ‘Katherine’ gearbeitet zu haben, wo sie am Abend fast viertelstündlig die Polizei alamierten musste. Sie habe zudem einen Aboriginie erlebt, der nach über vier Liter Billigwein (hier genannt: ‘Guun’) noch versucht hat, gleichzeitig gerade zu stehen und Ärger zu machen.  Speziell wir aber sollen Pech gehabt haben, da wir wie gesagt an einem Freitag Abend dort angekommen sind und jeden Donnerstag Abend das meist auf dem Feld erarbeitete Geld ausgezahlt wird. Das heißt für die Aboriginies: Zwei Tage Saufen auf Hochtouren, bis dann Samstag nichts mehr vom Geld übrig ist. Und wir waren mitten drin…

Fazit: Katherine - der schlimmste Ort, an dem wir bis jetzt waren. Und wir haben schon viele “Dörfer” (begrifflich geschmeichelt) und merkwürdige Gestalten gesehen!

Abgelegt unter: Allgemein, Experiences, On the Road — Tags:, — Mike

2 Kommentare »

  1. Netter Ort, und noch netter, das Ihr noch einmal dorthin müsst, um Eure Post dort abzuholen. Viel Spass - oder sagt man Glück !?! ;-)

    Kommentar von Tosh — 25. November 2008 @ 01:15

  2. ixadyfyzoseg…

    Oldsmobile Of Des Moines

    Trackback von ixadyfyzoseg — 24. August 2009 @ 08:34

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