Wir fuhren zurück zum Hostel, erledigten die Morgenwäsche und fanden doch noch einige Minuten Ruhe, endlich entspannt und bequem liegend in den Hängematten am Pool. Immer noch müde wie Hunde, kämpften wir uns anschließend bei bereits unerträglicher Hitze (gefühlte 63 Grad) mit unseren Drahteseln einen weiteren Berg hinauf, um anschließend zu Fuß den Abstieg zur ‘Arthur Bay’ zu wagen. Dort wurden wir mit dem atemberaubenden Panorama einer traumhaften Bucht mit unglaublich riesigen Felsen entlohnt. Zudem war auch das Schnorcheln in den Korallenriffen ein einzigartiges und beeindruckendes Erlebnis, obwohl wir uns bei unserem Tauchgang leider ein wenig überschätzten. Denn wir wollten die massiven, abgrenzenden Klippen umrunden, um zur nahegelegenden ‘Florence Bay’ zu kraulen. Dieses Vorhaben verlief allerdings wieder mal entgegen unserer Erwartungen und auf Grund verschätzter Strecke, fehlender Kondition und entgegen verlaufender Strömung, ließ uns unser Enthusiasmus bereits auf halber Strecke im Stich. Dazu kam, dass die Tiefe des Wassers jeglichen Blick auf Unterwasserwelten verwehrte, abgesehen von dutzenden riesigen Quallen, die regelmäßig nahe unter uns das Meereswasser durchkreuzten.
Einige hundert Meter vor erreichtem Ziel musste Jay dann nochmal seine Leichtsinnigkeit beweisen und versuchte in einer waghalsigen Kletteraktion über die überdimensional großen Felsen an die Küste zu gelangen, wobei er nach eigenen Angaben fast drei Mal in den Tod gestürzt wäre (barfuß, mit Flossen in der Hand und etwas dehydriert). Ich hatte davon nichts mitbekommen, denn ich war selber schwer mit der tobenden Brandung am kämpfen. Aber es ist noch gut ausgegangen und schließlich verließen wir beide erschöpft, aber erleichtert das Wasser. Diese Erleichterung ließ aber ziemlich schnell nach, als wir bemerkten, dass sowohl der Sandstrand als auch die Straße auf der wir den Rüchweg zur ‘Arthur Bay’ antreten mussten, so unglaublich erhitzt durch die Sonne war, dass an einigen Stellen sogat der Teer geschmolzen war. Und wir mussten, trotz Blasen an den Füßen, fast den gesamten Weg (2 Kilometer) barfuß oder mit angezogenen Flossen zurücklegen. Wir kämpften mit unglaublichen Qualen, schafften es aber trozdem irgendwie euphorisch-optimistisch zu bleiben, bis wir schließlich wieder bei unserem Gepäck ankamen und uns schließlich noch die letzten hundert Meter zu den Fahrrädern hoch kämpften. Mit diesen mussten wir dann zum Glück nur noch eine kurze Strecke bergauf und einige Kilometer bergab bis hin zum Fahrradverleih zurücklegen, welcher uns für unsere nach hinten losgegangene Schwimmaktion ungläubig musterte.
Letztendlich machten wir uns zurück auf den Weg zum Hafen, mussten uns aber beeilen, um die nur jede zwei Stunden ablegende Fähre pünktlich zu erreichen. Und natürlich hatten wir uns mal wieder verguckt und mussten erneut eine Stunde warten. Kein Problem aber, da wir endlich den ungestörten und für den Tag wirklich ungemein komfortablen Schlaf auf einer gepolsterten Bank fanden. Fast hätten wir die Fähre dann auch noch verschlafen, aber wir schafften es doch noch rechtzeitig und kehrten zurück, von einem wirklich amüsanten, paradiesischen, mit Hürden gespickten Abenteuer von ‘Magnetic Island’ - der Insel, auf der man nie schläft!
Sterne für ‘Magnetic Island’: 8 von 10 - Wir beide fanden die Insel von der Natur her sogar schöner als ‘Fraser Island’. Außerdem war nicht alles von Touristen überflutet und die meisten Orte wären bequem über gut ausgebaute Straßen erreichbar gewesen. Nur die Preise der Hostels waren etwas zu überteuert, aber das kann man ja per “angenehmen” Schlaf am Strand umgehen.
** Ein kurzes Statement zu einigen Beschwerden: Leider schleift unsere regelmäßige Berichterstattung ab und an, entgegen den Versprechungen, die wir zuvor gemacht hatten. Das hatte allerdings verschiedene Gründe, die ihr hoffentlich verstehen werdet: Zum einen wäre da die Tatsache, dass es einfach so viele Abenteuer zu erleben, so viel Natur zu sehen und so verdammt viele verschiedene Dinge gibt, die man unternehmen kann (und wir lassen uns das einfach nicht nehmen!). Zudem hat Jay gerade ein sehr positive Auftragslage, die auf der anderen Seite aber auch sehr viel Zeit und Stress abverlangt. Deshalb stand auch oft der Laptop nicht zur Verfügung, was sich aber seit Gestern zum Glück geändert hat. Denn ich habe mir ebenfalls einen kleinen Laptop gekauft, mit dem ich euch ab heute (während Jays Arbeitsmarathons) mit den neusten und ebenfalls älteren News versorgen kann. Ich werde aber nicht den Fehler machen und wieder eine ständige Regelmäßigkeit versprechen, denn man kann ja nie wissen, welche Naturspektakel, Stadterlebnisse oder planlosen Unsinnigkeiten dazwischen kommen. Wenn ihr uns aber weiterhin treu bleibt und etwas Geduld mitbringt, versprechen wir, dass ihr nicht enttäuscht werdet und mit Sicherheit auf eure Kosten kommt. Wir jedenfalls tun dies und haben zudem noch einiges vor! **
Bleibt dran..
Eure Freunde der Sonne!


[...] Magnetic Island (Teil 2) - Unser Kampf mit dem Meer [...]
Pingback von Planlosunterwegs.de » Magnetic Island (Teil 1) - Ein einziger Irrtum — 14. November 2008 @ 19:09
Hallo,
da seid Ihr ja wirklich nochmal knapp dem Tod von der Schüppe gesprungen. Ich habe da eine kleine Bitte. Gibt es ein Foto von dem Spaziergang auf der heissen Strasse mit Tauchflossen an den Füssen. Das hätte ich ganz gerne
Gruss aus der Heimat (8 Grad, Nieselregen und Trübe) Toshy
Kommentar von Toshy — 14. November 2008 @ 19:22
Tut mir leid, aber wir hatten verstaendlicherweise bei unserem Tauchgang keine Kamera dabei..!
Kommentar von Mike — 14. November 2008 @ 19:34